Suche
IntroBanner
Copyright © 2008 Portel.de
23.11.2006

Breko: "Politik und Netzagentur müssen 2007 Stoßrichtung ändern"

Resümee 2006: Das Investitionsklima wird kälter

Peer Knauer, Breko-Präsident

Peer Knauer, Breko-Präsident

Bonn, 23.11.06-14:49 - In seinem Ausblick auf die Wettbewerbslage im kommenden Jahr zeigte sich Peer Knauer, Präsident des Bundesverbandes Breitbandkommunikation Breko, heute in Berlin kämpferisch. "Es ist den Mitgliedsunternehmen 2006 gelungen, gegen politischen Widerstand und gegen die Telekom zu wachsen, das wollen wir im nächsten Jahr fortsetzen", sagte Knauer bei der Mitgliederversammlung. Es komme nun vor allem darauf an, die Niederlage, die die große Koalition aus CDU, SPD und Telekom dem DSL-Wettbewerb zugefügt habe, ins Positive zu kehren.

Noch sei die letzte Messe beim Zugang zum VDSL-Netz der Telekom nicht gelesen, so Knauer. Der am Mittwoch verabschiedete Regulierungstext zum § 9a des TKG schließe die Breko-Firmen zwar von VDSL-Produkten aus. Knauer will sich jedoch dafür einsetzen, dass endlich der lange geforderte Zugang zu den kundennahen Kabelverzweigern (KVz) am Straßenrand möglich wird. Auf diesem Wege kämen die Unternehmen doch noch in die Lage, hochbreitbandige Dienste zu ihren Kunden zu transportieren. Für 2006 resümiert Knauer allerdings: "Das Investitionsklima wird kälter."

Eine Chronologie regulatorischer Jahreszeiten:

März:
Große DSL-Reseller sollen mit "Net Rental" nach dem Willen der Telekom und im Unterschied zu den Breko-Firmen bis zu 58 % Nachlass auf die Endkundenpreise erhalten. Breko hatte daher ein Missbrauchsverfahren bei der Bundesnetzagentur beantragt. Der Tarif wurde von der BNetzA untersagt.

Juni:
Die Bundesnetzagentur erklärt sich mit einem Reseller-Rabatt von 20 % auf den Endkundenpreis von Telekom-DSL-Produkten einverstanden.

September:
DSL-Reseller sollen mit dem neuen Vorstoß "DSL-Wholesale" der Telekom bis zu 54 % Rabatt auf die Endkundenpreise erhalten. Breko und zwölf Mitgliedsunternehmen haben Beschwerde bei der Bundesnetzagentur eingereicht - ein Verfahren könnte Anfang 2007 eröffnet werden.

September:
Breko beantragt im Ausgleich zu der Resellerbevorzugung die Wiederaufnahme des Entgeltverfahrens für die TAL (TAL). Ziel: Absenkung des monatlichen Entgelts von 10,65 Euro auf deutlich unter 10 Euro.

Oktober:
Die BNetzA macht für Wettbewerber die Einspeisung digitaler Angebote ins Telekomnetz über den Bitstrom-Zugang möglich - allerdings nur an 73 überörtlichen Zugangspunkten. Breko-Firmen mit direktem Zugang an den kundennäheren Hauptverteilern werden gegenüber Resellern benachteiligt.

November:
Mit der Absenkung der Entgelte für die Gesprächsübergabe vom Fest- ins Mobilfunknetz auf 8,8 bzw. 9,9 Cent/Minute bleibt die BNetzA deutlich hinter der Ankündigung von 6 Cent und der Breko-Forderung 5 Cent zurück. Festnetzbetreiber erhalten umgekehrt von Mobilfunkfirmen nur 0,69 Cent.


PORTEL-NEWS

PARTNER